Rundreise Mont Ventoux/Avignon
Mein lieber Frank hat sich für den heutigen Tag eine kleine Rundreise ausgedacht. Über Sault und den Mont Voutoux nach Carpentras bei Avignon, wo ein Händler ein Anschlussstück für unsere Truma Therme hat.
Zuerst müssen wir aus dem Tal hoch auf 1000 Meter. Weil auf der Hauptstrecke nach Sault Stau gemeldet war, haben wir uns für diese kurvenreiche Nebenstrecke entschieden und es sofort gar nicht bereut. Fast alleine sind wir hier, nur ab und zu ein paar Radfahrer. Die trainieren alle für die Tour de france. Sieht zumindest so aus.

Je höher wir kommen, umso weniger heiß wird es. Als wir das erste Mal aussteigen, um den Blick über das Tal zu genießen, riecht die Luft intensiv würzig nach Thymian. Jede Menge Insekten und Schmetterlinge umflattern Blumen und Kräuter, die hier in Mengen stehen. Überhaupt hätte ich es mir hier schon trockener vorgestellt. Alles ist noch saftig grün, bis auf die Gräser.
Hier oben findet man viele Lavendelfelder und zu meiner großen Freude auch Klatschmohn, den ich besonders liebe. So viele Insekten habe ich in Deutschland schon ewig nicht mehr gesehen. Man sieht hier schön, wir es ist, wenn man kein Gift spritzt und einfach nicht so viel „aufräumt“ So weit ich weiß, hat Frankreich Glyphosat verboten. Eine Sommerlinde am Wegesrand ist voller kleiner Käfer, Bienen und Schmetterlingen, das ist eine Freude zu sehen. Das große Krabbeln.
Schaut euch mal diese Pracht an:

Dann die Lavendelfelder, im Hintergrund ist schon der Mont Ventoux zu sehen:

Und noch viel mehr Lavendel:

Unser nächstes Ziel ist Sault, die letzte Station vor dem großen Berg. Hier nehmen wir ein Mittagessen ein und begeben uns dann auf den Anstieg.

Kurve um Kurve klettern wir nach Oben, bis auf knapp 2000 Meter. Hier ist es auch nicht mehr so heiß. Der Wind frisch. Ein atemberaubendes Panorama in alle Richtungen. In die Eine schaut man bis hinüber zu den Alpen, Richtung Süden könnte man bei klarem Wetter bis zum Mittelmehr sehen und weiter westlich bis zum Zentralmassiv. Bekommt man fotografisch schlecht abgebildet.

Ein paar Meter müssen noch zu Fuß zurück gelegt werden, um den Gipfel zu erreichen. Mir fällt das wegen der großen Höhe und meinem Eisenmangel ziemlich schwer, ich muss echt langsam machen, damit mir nicht schwindelig wird. Auf dem Weg nach Oben gibt es gottseidank alle paar Meter eine Bank, so schaffe auch ich es bis auf den Gipfel. Interessant finde ich, daß es selbst in dieser Höhe noch ordentlich Leben gibt. Kleine Blumen und Gräser, Insekten und Schmetterlinge. Stolz wird auf Tafeln das Vorhandensein von Königsadlern angezeigt. Auf dem Weg runter ins Tal sehen wir ein Brutpaar am Himmel kreisen. Genauso kurvenreich geht es runter auf 300 Meter und ich bin froh, seefest zu sein. Leider nicht ganz schwindelfrei. Ich bitte den besten Ehemann von Allen, die Kurven nicht ganz so sportlich zu nehmen, der Bitte kommt er nach. Sorry Liebling, daß ich dich um den Fahrspaß gebracht habe.

Unser Ersatzteil haben wir bekommen und nach einem Abstecher zum Ikea geht’s zurück Richtung Apt. Auf dem Weg liegt die Pont St. Julien, von der uns ein Nachbar erzählt hatte uns so legen wir einen letzten Stopp ein.

Einen Moment lang halten wir dort inne und hören wieder Bienenfresser. Wie schon in Roussilion. Mit einer App können wir sie sicher bestimmen. Leider bekommt man sie nicht vor die Linse, sind schnell weg. Es sind sehr schöne, bunte Vögel.
https://de.wikipedia.org/wiki/Bienenfresser_(Art)

Bild: Wikipedia