Annecy

Annecy

Am heutigen Montag starten wir nach dem Frühstück und meinem ersten Wechsel erst mal den benötigten kleinen Einkauf. Frisches Obst, einen Apfelsaft, Salat und Tomaten stehen auf dem Plan. Was nicht auf dem Plan stand aber trotzdem den Weg im den Wagen geschafft hat sind ein paar Wasserschuhe für mich, eine Packung Zitronella-Teelichter, ein Compté und ein lokales Bier. Das französische Sortiment ist sooo attraktiv!

So ist es Mittag, bis wir uns auf den Weg nach Annecy machen. Parken kann man ganz gut bei dem Kreisverkehr wo die Gendarmerie stationiert ist, für 3 Stunden bezahlen wir 3,60 Euro, was im Vergleich mit deutschen Städten ein Schnapper ist. Die paar Meter, die es bis zur Altstadt zu laufen sind…nicht der Rede wert. Ein Stück laufen wir an der Uferoromenade lang und bewundern das glasklare Wasser und dessen phänomenale Farbe. Da mag man sich eigentlich sofort hinein stürzen. So komme ich auf die Idee, wenigstens mal die Füße hinein zu halten, was auf einem verwaisten Bootssteg möglich ist. Fast eine halbe Stunde sitzen wir da und lassen die Füße im Wasser baumeln. Die Temperatur ist perfekt. Warm genug daß man keine Frostbeulen bekommt, aber noch kalt genug, um erfrischend zu sein. Von dieser Kühlaktion profitieren wir dann noch sehr lange bei unsrem Gang durch die Altstadt.

Eigentlich gibt es nicht viel zu erzählen über die Stadt. Auffällig sind die vielen Touristen, die vielen Polizisten und Sicherheitsleute, die zu dritt oder viert bis unter die Zähne bewaffnet durch die Gassen patrouillieren. In den Altstadtgassen findez man in der Regel 4 Sorten Geschäfte: Souvenirläden, Boutiquen, Eisdielen und Restaurants. Viele Restaurants, eins neben dem anderen. Alle haben sie Käsefondue, Raclette, Tartiflette und mit Käse überbackenes Fleisch auf der Karte. Schade, daß ich so viel Käse wegen dem Kalium nicht essen darf, das ist richtig doof. Frank gönnt sich ein Eis in besonderen Geschmackskombinationen, Erdbeer-Basilikum und Himbeere-Vanille-Vacherin, beides äußerst lecker. Besonders die Erbeer- Basilikum Kombination fand ich sehr ansprechend und werde das bei Gelegenheit daheim nochmal probieren.

In der Altstadt sehen wir viele entzückende Ecken und Läden, die zum Verweilen einladen. Ein paar nette Graffities, die in Frankreich einer ausgeprägten Subkultur zuzuschreiben sind. Liebevoll dekorierte Souvenirshops und Künstlerateliers, jede Menge Restaurants mit originellen „Laufstoppern“. Wir verirren uns in einen Hutladen, weil Frank seinen nicht gefunden hatte und somit einen neuen braucht. Der Ladenbesitzer ist cool drauf und hört ACDC in seinem Laden, was schon alleine ein Grund zum Kaufen wäre. Da Frank einen schönen und passenden Hut findet, ist der schließlich gesetzt.

So bummeln wir gemütlich zum Auto zurück, es geht auf 18 Uhr zu und damit auch aufs Abendessen. Wir grillen uns die im Wisperpark gekauften Rindsbratwürstchen, machen uns eine große Portion Salat dazu und verputzen das restliche Baguette vom Frühstück. Ich mache meinen vorletzten Wechsel und befreie meine OP Narbe vom Verband, weil es unerträglich juckt und drückt und zwickt. Da muss jetzt mal Luft ran!

Ein letztes Mal gehen wir runter zur Badebucht, setzen uns auf „unseren“ Stein und schauen dem Wellentreiben zu. Es ist fast wie am Meer, sehr windig und richtiger Wellengang. Wie vor einem Jahr an dem schwedischen See. Eine junge Familie mit zwei Kleinkindern macht Fotos und bittet uns um ein, zwei Fotos, was wir gerne tun. Interessanterweise haben sie eine kleine Kamera mit analog Film, die man nach jedem Bild weiter drehen muss. Himmelherrgott, wie lange ist das her, daß man eine analoge Kamera in der Hand hatte?

Jedenfalls treten wir den Rückweg gemeinsam an und ratschen noch ein wenig. Sie kommen aus Belgien und sind freudig überrascht, daß wir des französischen mächtig sind, hatten sie uns vorher doch auf Englisch angesprochen. Am Wohnwagen angekommen mache ich meinen letzten Wechsel und bin dadurch wie immer als letzte im Bett.

Schade, hier hätte man es gut noch etwas ausgehalten, aber wir wollen ja weiter. Vielleicht kommen wir wieder…

Hier noch ein paar Impressionen von Annecy:

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