Au weia 🙈

Als hätten wir alles von letztem Jahr vergessen. Es ist ja nicht so, daß wir letztes Jahr 10.000 Kilometer in 6 Wochen geschruppt hätten und mit dem An- und Abhängen unseres Georgies eigentlich eine gewisse Routine entwickelt hätten. Nein, nach einem Jahr starten wir wieder wie die Armateure.
Aber der Reihe nach. Das erste Mal abfahrbereit saßen wir da, als Frank bemerkte, daß wir vergessen hatten, die Spiegel an den Tiguan zu montieren. Wir also wieder raus, Spiegel montiert. Wieder rein, angeschnallt, Auto gestartet, los gefahren…ging nicht. Hm. Handbremse des Wohnwagens noch zu? Nö. Vergessen den Mover ab zu machen. Frank also wieder raus, den Mover ab gemacht. Und los ging es. Nach den ersten Metern hörten wir ein ungewöhnliches Brummen beim Fahren. Also nochmal angehalten, Frank raus zum Kontrollieren, aber es schien alles in Ordnung zu sein. Nur das Brummen, das war immer noch da. Wir überlegten, daß es eventuell am niedrigen Reifendruck am Wohnwagen liegen könnte, schließlich waren wir ja noch auf dem Weg zur blauen Lagune (Araltankstelle in Trier, liebevoll von den Einheimischen so genannt). Als wir dann den Berg runter fuhren fiel es uns dann ein. Lacht nicht. Wir hatten vergessen, das Stützrad hoch zu drehen. Also nächsten Parkplatz angesteuert und nachgesehen. Jo. Stützrad. Dieses hatte sich mittlerweile beschädigt. Wir waren uns dann schnell einig, nochmal nach Hause zu fahren und das Reservestützrad mitzunehmen. Haben ist besser als brauchen.
Nachdem wir dann noch in Auto und Anhänger den nötigen Reifendruck eingestellt hatten, konnte es dann endlich und wirklich los gehen. Die ganze Aktion hat uns eine Stunde Zeit gekostet, aber das ist nicht so schlimm. Sind wir doch auf dem Weg nach Wiesbaden, wo wir Tickets für heute Abend für unsere neuseeländische Lieblings-live-band haben, worauf wir uns schon wie irre freuen. Besonders ich. Es war nicht so ganz klar, wie es mir nach der Shunt OP am Montag gehen würde und ob ich fit für das Konzert sein werde. Aber zum Glück ist alles gut, so daß wir gehen können. Nach einem fulminanten Abend fahren wir beseelt von Musik zurück zum Campinplatz Wisperpark und fallen erschöpft ins Bett. Zumindest Frank. Ich muss ja noch einen Wechsel machen. Während der einläuft, fängt er schon an zu schnarchen.

Aus praktischen Erwägungen hatte ich vor dem Konzert den Bauch nur leer laufen lassen, da mit Tanzaktivitäten zu rechnen war. Und mit voller Menge Dialysat im Bauch ist es, als würde man ein Bierfäßchen vor sich her tragen. Also ziemlich unangenehm bei Bewegungen, die man im Alltag tunlichst vermeidet. Aber bei so großartigen Konzerten kann man einfach nicht still stehen! Auch mit dem frisch operierten Arm geht alles in Ordnung, alle Mitkonzertgänger verhalten sich sehr rücksichtsvoll wenn sie das Pflaster sehen.
Beseelt von Peace Love and Music fahren wir gegen 23 Uhr zurück zum Campingplatz und ich lasse noch schnell einen Beutel Extraneal einlaufen, bevor auch ich meinem Frank ins Bett folgen darf. Nighty Night, sleep tight. Gute Nacht.
