Camping Olbia/ La Madrague

Camping Olbia/ La Madrague

Hier werden wir eine Woche „abhängen“ und Baden gehen. Das ist auch der Platz, wohin wir im Vorfeld meine benötigte Materiallieferung organisiert hatten. Durch einen Kommunikationsfehler zwischen meinem Zentrum und Vantive, dem Dialyseversorger, sollte die Lieferung schon am 12.6. erfolgen, unserem Reisestart. Daraufhin rief der Campinplatz bei uns an und wollte die Lieferung verweigern, weil wir ja erst für den 24.6. geordert hatten. Man könne die Kartons nicht so lange in der Rezeption lagern. Ein ziemliches Durcheinander. Welches wir aber letztendlich klären konnten und die Lieferung ordnungsgemäß am 24. erfolgte.

Bei unserer Ankuft hieß es gleich „erst mal installieren“ und dann die Kartons abholen. Als wir dann nochmal zur Rezeption zurück sind, hat der junge Mann gleich tatkräftig mit angepackt und zusammen mit Frank die ganzen Kartons bei einer Affenhitze ins Auto getragen. Ich habe den Türsteher gemacht, damit die Klimakühle in der Anmeldung nicht sinnlos verpufft. Anschließend hat man uns eine eiskalte Flasche Wasser in die Hand gedrückt und uns angeboten, wirklich jederzeit in die klimatisierten Räume der Rezeption zu kommen, wenn es uns draußen zu heiß wird. Klasse. Nun ist es ja so, daß ich extra ins Warme wollte, damit ich mal mit dünnen Kleidchen und ohne Frostbeulen durch den Tag komme, da setze ich mich doch nicht freiwillig in diesen Eisschrank namens Rezeption. Hier ist es so warm und schwül, daß ich ohne Abkühlung direkt bis zum Hals ins Meer gehen kann und unter der kalten Dusche stehen kann ohne zu quietschen.

Die Kehrseite der Medaille: man zerläuft schon im Sitzen, da hat man noch nicht mal den kleinen Finger bewegt. Alles, was Abkühlung verspricht, wird mobilisiert. Feuchte Tücher, der Miniventilator, die Wassersprühflasche, der nasse Hut. Wirklich helfen tut der nasse Badeanzug, den ich nach der kalten Dusche anlasse, bis mir zu kalt wird. Das war der Gamechanger.

Der drei Sterne Campingplatz Olbia, auf dem wir vor 3 Jahren schon mal waren, liegt bergig unter Pinien und teils riesigen Eukalyptusbäumen. Das Erste, was wir vom Campingplatz (von der Hize mal abgesehen) wahrnehmen, ist das Zirpen der Zikaden. Sowas habt ihr noch nicht gehört. Scheinbar zirpen sie umso lauter, je heißer es ist. Zum Abendessen hören sie alle plötzlich auf, als hätte jemand den Schalter umgelegt. Ca. zwei Stunden später beginnt das Konzert erneut und um 23 Uhr ist prompt Ruhe bis Sonnenaufgang. Dafür übernimmt ein Paar Zwergohreulen die Nachtschicht. Diese knapp amselgroßen Vögel haben einen ziemlich speziellen Ruf, den ich euch unten verlinkt habe. Er hört sich ein wenig an wie ein Sonar Ping.

Die Stellplätze sind terrassiert und teilweise recht klein, dafür wurden Parkplätze daneben eingerichtet. Es gibt ein modernes Sanitärgebäude und nebendran Spül- und Wäschewaschbecken.

Es stehen Waschmaschine und Trockner zur Verfügung. Letztere wird man aktuell nicht benötigen, die Sachen trocken in einer Stunde in der Sonne. Zudem gibt es im Außenbereich eine Hundedusche, sowie vier Kaltwasserduschen wenn man vom Meer kommt oder Abkühlung sucht.

Sehr erfreulich: die Duschkabinen sind hier im Vergleich zu anderen Campingplätzen sehr geräumig ausgeführt. Der Platz ist ruhig, nur am Wochenende haben wir von einer sehr weit entfernten Disco einen sehr leisen Bass gehört. Für’s leibliche Wohl wird auf dem Platz ebenfalls gesorgt. Ein kleines Restaurant bietet Mittags Snacks und Abends eine kleine Karte mit Pizza, Salat, Burgern und die in Frankreich überaus beliebten „Moules Frites“, sowie ein paar Tapas an. Zum Frühstück kauft man seine Backwaren im platzeigenen Laden ein, diese müssen nicht vorbestellt werden. Die wichtigsten Lebensmittel gibt es und alles was man für das Urlaubsleben braucht. Postkarten, Strandartikel und ein paar Souvenirs.

Das Publikum auf dem Platz ist sehr gemischt, Franzosen, ein paar Engländer, viele Deutsche, Schweizer, wenig Niederländer. Junge Leute in Bullies oder Kastenwagen, ein paar Surfer wegen dem Surferspot in der nahegelegenen Bucht. Sonst junge Familien und ältere Semester. So wie wir halt…ich bin froh, mal eine Woche fest zu stehen, denn so schön die Rundreisen auch sind, für mich ist das sehr anstrengend. Auch hinsichtlich der Tatsache, daß ich ja meine Wechsel über Nacht mache, damit wir tagsüber „frei“ sind. Das bedeutet für mich weniger Schlaf und schlechtere Schlafqualität durch die eine Unterbrechung um 2 Uhr. Frank hingegen leidet, weil warm noch nie sein Ding war und es zugegeben echt heiß und vor allem schwül ist. Man fängt quasi morgens um 10 an zu Ölen und hört vielleicht morgens um 4 damit auf. Ich finde das zwar auch lästig, aber ich mag warm sehr. Außerdem hat die Schwitzerei den Effekt, daß ich mehr als normal trinken kann ohne zu überwässern. Wie Mitpatienten das schaffen die sich strikt an die 500 ml halten müssen, ist mir ein Rätsel..

Jedenfalls ist diese schöne Halbinsel ein guter Ort, um ein paar unbeschwerte Urlaubstage zu verbringen. Alles sieht so nach Mittelmeer aus, alles blüht üppig, die Palmen und Oleander und dazu der Sound der Zikaden. Jaaaaaaa!

Campingplatz Olbia, La Madrague:

https://maps.app.goo.gl/yU7P5fNy2tKhZj7R7

Ruf der Zwergohreule:

https://youtu.be/nDUeu4DDDn8?is=J9H-2aXLrLpdVxE

Zikaden:

https://de.wikipedia.org/wiki/Zikaden

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